39 – Bonuskind, Arbeiten und Coach für Veränderungsmanagement – Interview Marion Uerz-Gottfield

Zweifach-Mutter, Bonuskind, Arbeiten als Mutter… Eine Frau, wie immer und immer wieder Veränderungsprozesse in Ihrem Leben durchlebt hat ist heute bei mir im interview: Marion Uerz-Gottfield.

Hier ist ihr Steckbrief:

Name: MARION UERZ-GOTTFRIED

Wohnhaft in Aachen

Wer gehört zu deiner Familie?

Max 2003, Joschi 1983, Hannah 1994

Welcher Satz begleitet dich? Was sind deine Lieblingszitate und Leitsätze?

Du hast getan, was du konntest. Als du es besser konntest, hast du es besser gemacht.

Wann und wie bist du Mama geworden?

Das erste Mal 1983:

Ich hatte 1982 begonnen, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen, als ich schwanger wurde. Es war ziemlich schnell klar, dass ich mit dem Kind alleine sein würde, da die Beziehung zum Vater des Kindes nicht funktionierte. Es war damals eine unruhige und auch lockere Zeit. Die 68er waren vorbei und ich gehörte zu der Folge-Generation. Das Kind war nicht geplant. Eine Abtreibung war damals nicht mehr undenkbar. Damit habe ich mich auch befasst. Aber das ‚Ja‘ zu meinem Sohn fiel relativ schnell und entschieden. Auch wenn ich noch nicht absehen konnte, welche anstrengenden Zeiten auf mich zukämen: ich habe es nicht bereut.

In der Schwangerschaft lernte ich meinen damaligen Freund kennen, der mich stark unterstützte.

Bis zum August 1983 habe ich das Koblenz Kolleg (Einrichtung des zweiten Bildungsweges) besucht. Ich wollte auf jeden Fall das Schuljahr zu Ende bringen.

Mein Bauch wuchs riesig und heutzutage würde ich per Kaiserschnitt entbunden – mein Ältester wog damals um die 4100 Gramm. Die Geburt war beschwerlich und sehr schmerzhaft. Die Geburt selbst dauerte fast 24 Stunden. Ich gehörte damals mit zur ersten Generation, die ‚natürlich‘ entbunden hat.

Noch vor der Geburt ging mein Freund nach Aachen, um zu studieren. Ich folgte im Dezember 1983 und ab Februar 1984 besuchte ich das Abendgymnasium Aachen.

Leider hielt meine Partnerschaft die Belastung von Kind – Studium – Abendschule nicht aus. Mein Freund ging im Frühjahr 1985 zurück nach Koblenz. Ich blieb in Aachen.

16 Jahre war ich (mehr oder weniger) allein.

Bis ich meinen Mann kennenlernte: 2001 kam ich zu meiner Stieftochter – sie war damals 7 Jahre alt. Er brachte das Kind mit in die Ehe und sie wuchs auch bei uns auf. Die Zeit mit Hannah war sehr anstrengend. Sie akzeptierte mich erst, als ich schwanger war. Damit war ´klar‘, dass ich bleiben würde. Für mich war sie immer ‚Eine von Dreien‘. Auch wenn die Gefühle zu ihr nicht dieselben waren, die ich meinen beiden Söhnen gegenüber hatte.

Im Dezember 2003 kam dann mein jüngster Sohn Max auf die Welt. Die Schwangerschaft und Geburt verliefen anders als beim ersten Kind: ich war seit Anfang 2002 als IT-Trainerin selbstständig. Dann gab es Hannah – sie war 10. Und den Ältesten, der nach drei Jahren Berlin-Aufenthalt zurückkam und bei uns wohnte.

Ich hatte oft leichte Wehen. Starke Wassereinlagerungen machten mir den heißen Sommer 2003 schwer. Aber bis in den August habe ich damals noch unterrichtet. Und nebenbei Bauchtanz-Unterricht gegeben. Ich vermute, dass der Tanzunterricht zu einer guten Kondition geführt hat. Die Geburt von Max war dann ebenfalls schmerzhaft, aber ich habe sie gut überstanden. Mit 42– nach 20 Jahren – war ich dann wieder Mutter eines Jungen.

Wie erziehst du deine Kinder?

Was soll ich dazu sagen? Ich gebe mir große Mühe, die Kinder entsprechend ihrer Persönlichkeit zu achten. Grenzen setzen fällt mir immer wieder schwer. Und es geht manchmal auch laut zur Sache. Wenn ich viel Stress habe, bin ich hinsichtlich der Erziehung und der Toleranz gegenüber den Macken meiner Kinder wenig geduldig. Und ich lasse dann zu viel schleifen. Ich möchte, dass sie selbstbewusste Menschen werden.

Auch erwarte ich Hilfe und Gegenleistung. Ich sorge für vieles, aber eine Familie und ein Haushalt funktionieren nicht durch Zauberkraft. Manchmal trage ich den Kindern auch den Popo hinterher. Weil sie selbst auch Stress im Beruf oder Schule haben. Manches Mal ist der Jüngste sich selbst überlassen – vor allem seit der Trennung. Aber mit 15 kann man eigentlich so manches stemmen. Und Verantwortung für Hund und eigene Pflichten übernehmen. Ich glaube, als Mutter kann ich meinen Kindern mehr zutrauen, wenn Sie das Gefühl haben, geliebt zu werden.

Allerdings unterstütze ich sie immer noch viel, manchmal zu viel. Sie standen lange Zeit im Mittelpunkt des Familiengeschehens. Jetzt arbeite ich wieder und hoffe, dass auch mein Vorbild Ihnen hilft, das Bild einer selbstbewussten Mutter (und Frau) zu prägen.

Was rätst du einer Mama?

Sich Unterstützung holen, sich nicht zu viel zumuten nach der Geburt. Wirklich überprüfen, ob die Beziehung tragfähig ist – so das zu beurteilen ist. Und arbeiten gehen: mir war es immer sehr wichtig zu arbeiten. Manchmal kamen die Kinder zu kurz. Aber mein Horizont war ein anderer. Und auf lange Sicht weiß keine Frau, wie ihr Leben verlaufen wird. Finanzielle Unabhängigkeit, Austausch mit anderen Menschen (Erwachsenen!), war mir immer wichtig. Ein gewisses Maß an Unabhängigkeit behalten. Und nicht auf den Kindern glucken –sorry, aber es gibt ein Leben nach den Kindern. Und die Kinder müssen ihren Weg gehen. Der Lebenssinn kann nicht sein, bis zum Tod in ausschließlich Mutter gewesen zu sein. Es ist eine sehr wichtige Aufgabe. Aber mein persönliches Leben ist auch wichtig. Und darüber sollte ich mir trotz Kindern im Klaren werden. Weiterhin: auch Dinge abgeben bzw. dem Mann überantworten. Meist überträgt man als Mutter zu wenig Pflichten an den Partner.

Was machst du beruflich und was ist deine Mission?

Ich bin selbstständige Trainerin und Coach. Meine Schwerpunkte sind allgemein gesprochen: Lebensbalance und Veränderungsmanagement. Konkret heißt das: ich beschäftige mich mit dem Thema ‚Frauen in den Wechseljahren‘ und ‚Männer in der Midlifecrisis‘.

Meine Mission: ich möchte Frauen unterstützen, sich weiterzuentwickeln.

Besonders die Zeit der Wechseljahre gilt es nicht nur zu überstehen. Es geht darum, sich selbst zu entwickeln, Fähigkeiten dazu zu gewinnen, Schritte zu wagen, die bisher nicht gewagt wurden.

Es geht in meinen Beratungen, Trainings und Coachings darum, die Bereiche Beruf & Berufung – Gesundheit & Vitalität – Beziehungen & Freundschaften – Werte & Sinn individuell‚abzuklopfen‘ und Kurskorrekturen vorzunehmen. Da ich eine große Nähe zu der IT habe, biete ich online Begleitung und Gespräche an.

Wie wirkt sich dein Beruf auf euer Zusammenleben aus?

Meine Kinder müssen sich viel selbst beschäftigen. Außerdem schaut der Älteste nach dem Jüngsten, wenn ich mehrere Tage unterwegs bin. Und der Jüngste kocht ein Mal wöchentlich. Ich delegiere Hausarbeiten bzw. es werden Arbeiten aufgeteilt und zusammen erledigt.

Was bietest du Online an?

Coaching per Skype oder Zoom für Gruppen oder Einzelpersonen. Geschlossene Gruppen auf Facebook zu verschiedenen Themen. Ein Blog ist im Aufbau. Eine Jahresgruppe ‚Frauen in den Wechseljahren‘, die online und mit Workshops begleitet wird, ebenfalls. Start ist voraussichtlich im ersten Quartal 2019.

Welche Bücher empfiehlst du?

Alle Bücher von Christiane Northrup:

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Wo finden wir dich im Internet und wie kann man Kontakt zu dir aufnehmen?

Kontaktaufnahme ist am besten per Email marion.uerz@der-onlinecoach.com oder gerne auch telefonisch 015208785456 möglich.

Meine Webseite www.wechseljahre.biz wird aktuell von mir bearbeitet. Auf der Webseite www.der-onlinecoach.com werden überwiegend IT-Schulungen beworben.

Weiterhin gibt es mich auf FacebookXINGLinkedInInstagramGoogle+.

Vielen Dank für das nette Interview!

Deine Sabrina

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